La Paz ist der Ausgangsort für eines der verrücktesten und zugleich beeindruckendsten Erlebnisse unserer bisherigen Reise: Eine Mountainbike-Tour über die legendäre „Death Road“ (Camino de la Muerte). Offiziell handelt es sich um die Yungas-Straße, welche in den 1930er-Jahren von paraguayischen Kriegsgefangenen während des Chacokriegs gebaut wurde. Sie verband einst La Paz mit den tiefer gelegenen, tropischen Yungas-Regionen, eine wirtschaftlich wichtige Strecke, aber gleichzeitig extrem gefährlich.
Startpunkt der Death Road
Die Death Road galt lange als gefährlichste Straße der Welt mit geschätzten 200-300 Verkehrstoten pro Jahr. Besonders riskant war sie für LKWs und Busse, da die Fahrer oft rückwärts aneinander vorbei manövrieren mussten. Noch heute konnten wir die abgestürzten Jeeps oder Busse in den Schluchten sehen und Kreuze markieren die unzähligen Unfallstellen. In den 1990er Jahren wurde sie durch eine moderne, sicherere Straße ersetzt – seither ist die alte Death Road fast ausschließlich für Mountainbike-Touren freigegeben. Unfälle sind dadurch sehr selten geworden, die Tour gilt heute als sicher, wenn man sich an die Regeln hält.
Die etwa 60 Kilometer lange Strecke führt von der schneebedeckten Hochebene La Paz’ hinab in das subtropische Yungas-Tal – ein adrenalingeladener Höhenunterschied von rund 3.500 Metern!
Spektakuläre Andenlandschaft in über 4000m Höhe
- Länge: ca. 60–64 km
- Höhenunterschied: ca. 3.500 m
- Startpunkt: 4.700 m (La Cumbre)
- Endpunkt: 1.200 m (Yolosa)
- Dauer: ca. 4–5 Stunden auf dem Bike + Pausen
- Temperatur: Start: 0–5 °C (morgens auf dem Pass), Ziel: 20–30 °C (subtropisch in Yolosa)
Unsere Gruppe am La-Cumbre-Pass
Die Tour startet früh morgens mit einem Frühstück in La Paz. Unsere Truppe ist mit acht Personen eher klein und überschaubar. Dabei sind zwei englischsprachige Guides, die sehr unterhaltsam und kompetent sind. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Minibus erreichen wir den Startpunkt auf dem La Cumbre Pass auf etwa 4.700m in eisiger Höhe. Dort erhalten wir unsere Bikes, Helme sowie Schutzbekleidung, die aus einer wasserdichten Hose und Jacke, Handschuhe sowie Knieschützer besteht. Nach einem kurzen Briefing und Ankleiden können wir zunächst ein paar Proberunden fahren, um uns mit den Rädern vertraut zu machen.
Die ersten Kilometer führen uns auf Asphalt durch die Andenlandschaft mit spektakulären Aussichten. Wir fahren das letzte Stück mit dem Minivan und biegen auf die eigentliche, legendäre Death Road ein – ein schmaler, oft nebelverhangener Schotterweg, an dem es links oft mehrere hundert Meter senkrecht in die Tiefe geht. Also nun heißt es Konzentration pur!
Nebel und steile Abhänge an der Death Road
Unser Ziel ist das kleine Dorf Yolosa auf rund 1.200 m. Bis dahin legen wir insgesamt rund 60 km bergab mit den Mountainbikes zurück und überwinden sagenhafte 3.500 Höhenmeter! Muskelkater und schmerzende Knochen garantiert. Das ständige bergab fahren und die Schotterpiste ging dabei ganz schön auf die Handgelenke. Aber wir machen zwischendurch immer wieder kurze Stopps, um Fotos zu schießen, die Aussicht zu genießen oder unsere Sachen nach und nach abzulegen. Denn je weiter wir nach unten kommen, desto wärmer und grüner wird es – ein unglaublicher Wandel vom kargen Altiplano zum tropisch-feuchten Nebelwald. Dabei kommen wir an mehreren Wasserfällen vorbei und passieren Flüsse. Unser Van begleitet uns dabei für die gesamte Strecke.
Es geht durch den Regenwald
In Yolosa angekommen, verbringen wir noch eine entspannte Zeit in einer kleinen Lodge am Pool in den Yungas und bekommen ein leckeres Mittagessen, bevor wir uns auf den Rückweg aufmachen. Ein perfekter Ausklang für diesen besonderen Tag voller Adrenalin! Die Rückfahrt dauert je nach Wetterbedingungen 3-4 Stunden, sodass wir erst im Dunkeln La Paz erreichen.
Die beste Zeit für die Death Road ist in der Trockenzeit (Mai–Oktober). In diesen Monaten ist das Wetter stabiler, die Sicht besser und die Gefahr von Erdrutschen geringer. In der Regenzeit (November–April) kann es rutschig und gefährlich werden – viele Anbieter fahren dann nur bei guten Bedingungen.
Auch wenn die Straße einst hunderte Todesopfer pro Jahr forderte, ist die Tour heute bei professionellen Anbietern vergleichsweise sicher. Trotzdem kommt es immer noch vor, dass jedes Jahr einige wenige Touristen leider tödlich verunglücken – oftmals durch Selbstverschulden und -überschätzung. Deshalb müssen bestimmte Sicherheitsvorkehrungen unbedingt eingehalten werden. Wichtig ist:
- Fahre defensiv und konzentriert
- Habe immer beide Hände am Lenker und nicht das Handy in der Hand
- Ein richtiges Bremsverhalten schützt vor Stürzen
- Überhole nur auf Anweisung des Guides und kündige dies vorher an
- Halte genügend Abstand zu deinem Vordermann, um noch reagieren zu können
- Fahre dein eigenes Tempo und lass dich nicht verunsichern
- Mach regelmäßig Pausen – der Fokus lässt schnell nach!
- Höhenkrankheit kann am Startpunkt auftreten – höre auf deinen Körper
Komplett ausgerüstet – es kann losgehen!
Du bekommst auf jeden Fall vor Start eine Sicherheitseinweisung und hast genügend Zeit, um dich mit den Rädern vertraut zu machen. Wir sind vorher noch nie Mountainbike downhill gefahren und können sagen, dass die Strecke auf jeden Fall machbar für Anfänger ist! Mit der Zeit sind wir selbstsicherer geworden und haben uns auch mehr zugetraut. Dank unserer erfahrenen, kompetenten Guides sowie der Schutzausrüstung und den sehr gut gewarteten Mountainbikes, haben wir uns trotz des Nervenkitzels durchgehend sicher gefühlt.
Das solltest du zusätzlich mitbringen
- Sonnencreme
- Repellent – Mücken & Sandflies!
- Kleidung im Zwiebelprinzip
- Wechselkleidung (du wirst nass/ schmutzig!)
- Badekleidung
Es gibt zwei bekannte Anbieter, die vor allem wegen dem Sicherheitsaspekt, der Erfahrung und der qualitativ hochwertigen Ausrüstung eine sehr positive Bewertung haben und deshalb immer wieder empfohlen werden:
Wir können dir wärmstens Barracuda Biking empfehlen, da wir einen rundum perfekten Tag hatten und uns super aufgehoben gefühlt haben! Vom Essen, über die Guides bis hin zur Ausrüstung war alles top und super organisiert.
Wir haben für die Tagestour 500 Bs bezahlt, üblich sind je nach Anbieter zwischen 50–130 USD pro Person. Allerdings solltest du bei dieser Tour nicht allzu sehr auf’s Geld achten und den Anbieter mit dem preiswertesten Angebot wählen. Denn das Thema Sicherheit, Erfahrungswerte sowie Ausrüstung sollte eine übergeordnete Rolle bei der Auswahl spielen. Wenn du Geld sparen willst, dann buche am besten vor Ort. Enthalten bei der Tour sind meist:
- Transport ab/ bis La Paz
- Frühstück & Mittagessen
- Ausrüstung/ Bikes
- Englischsprachige Guides
- professionelle Fotos/ Videos
- optional ein T-Shirt (50 Bs)
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